4 PLUSPUNKTE DIE SCHWEIZ ALS RENTNER BEWOHNEN

Last Updated on 31. Mai 2022 by Petra

Zürich Brücke über die Limmat

 

Zürich im Winter

Viele Deutsche überlegen ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Gerade wer ein stressiges Berufsleben hinter sich hat, sucht nun ein ruhiges, schönes Fleckchen zur Erholung.

Die meisten angehenden Rentner überlegen in die Schweiz auszuwandern weil…

  • sie einen aktiven Lebensabend gestalten wollen
  • sie in einer schöneren Umgebung leben wollen
  • sie einen besseren Lebensstandard möchten
  • sie ihr Urlaubsland zum Alterssitz machen möchten

Wer überlegt in die Schweiz auszuwandern, macht das nicht wegen dem Geld. Denn die Schweiz ist ja teurer. Deutsche Rentner gehen in die Schweiz wegen der einmaligen Natur. Die vielfältigen Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten wie Biken, Wandern oder Bergsteigen locken rüstige Rentnerinnen an. Vor allem in den Kanton Tessin wandern viele Rentner gerne aus. Das Tessin ist die Sonnenstube der Schweiz. Hier herrscht mediterranes Klima und italienische Verhältnisse. Ein weiterer Aspekt ist die niedrige Kriminalitätsrate, das Land gilt als sehr sicheres Land.

Als Rentner bekommst du die Rente wird in voller Höhe ausgezahlt, auch wenn du im Ausland lebt. Allerdings hat das steuerliche Nachteile, weil der Freibetrag entfällt.

Aufgrund der Freizügigkeit können sich deutsche Rentner problemlos in den EU-Ländern und der EWR aufhalten. Wichtig ist der Nachweis einer Krankenversicherung und über genügend finanziellen Background. Das kann eine Rente oder auch Mieteinkünfte und sonstiges sein.

In Europa gilt das Sozialsicherungsabkommen. Das bedeutet die KV bleibt bestehen. Jedoch gilt immer nur der medizinische Standard im jeweiligen Land. Hier ist es sinnvoll privat vorzusorgen, wenn man chronisch krank ist.

Folgende Punkte sind wichtig, die du bedenken musst:

  • wie sind die Lebenshaltungskosten
  • wie hoch sind die Mieten
  • wie ist die medizinische Versorgung
  • welches Klima herrscht Vorort

 

Fakten über den Alpenstaat

Bergdorf Riein in Graubünden, SchweizBergpanorama und grüne Weide

 

Riein Graubünden

In der Schweiz leben rund 8,6 Millionen Menschen. Der Alpenstaat liegt in Zentraleuropa und ist bekannt für seine Banken und Finanzen. Daneben sind sie führend in der Uhrenisndustrie und die Schweizer Schokolade wird auf der ganzen Welt heiß geliebt. Das rund 41 000 km² große Land ist das am dichtesten besiedelte Land Europas.

Das Land teilt sich in vier Sprachräume:

  • Deutsch(Schweizer Deutsch)
  • Französich
  • Italienisch
  • Rätoromanisch

Welche Sprache wird in welchen Kantonen gesprochen?

Deutsch wird in über der Hälfte des Landes gesprochen. Es gibt jedoch Unterschiede zu unserem Deutsch: Das Schweizerdeutsch wird anders ausgesprochen. Es gibt andere Worte und Rechtschreibregeln. Die Besonderheiten des Schweizer Deutschen nennt man Helvetismen. So gibt es zum Beispiel kein scharfes S in der Schweiz.

Italienisch wird im Kanton Tessin gesprochen und in den Südtälern Puschlav, Bergell, Misox und Calancatal. Außerdem spricht die Bevölkerung in der Graubündner Gemeinde Bivio italienisch.

die Stadt Bellinzona im Tessin

 

Bellinzona Tessin

Französisch wird in der sogenannten Romandie, Suisse Romande, dem Welschland , der Westschweiz gesprochen.

Rätoromanisch wird im Kanton Graubünden gesprochen. Diese Sprache ist stark gefährdet, da viele Gemeinden auf Deutsch umgestellt haben.

Blick auf Ilanz vom Hotel Eden aus

 

Ilanz Graubünden

In der Schweiz zahlst du mit dem Schweizer Franken. In den Städten Zürich oder Basel ist es kein Problem, wenn du nett fragst, mit Euro zu zahlen. Das Wechselgeld bekommst du allerdings in Franken zurück. Aber so hast du ein paar Franken für den nächsten Kaffee.

Die 26 Kantone

 

  • Graubünden         
  • Tessin
  • Aargau
  • Wallis(Valais)
  • Waadt
  • Solothurn
  • Basel Stadt
  • Basel Land
  • Zürich
  • Bern
  • Genf
  • Jura
  • Thurgau
  • Appenzell Innerrhoden
  • Appenzell Außenhoden
  • Glarus
  • Schwyz
  • Zug
  • Obwalden
  • Uri
  • Nidwalden
  • Freiburg
  • Neuenburg
  • Luzern
  • Schaffhausen
  • St. Gallen

Berge, Seen und Flüsse

Blick auf Lugano von San Salvatore aus

 

Luganersee Tessin

Die acht größten Städte sind Bern, Zürich, Basel, Genf, Lausanne, Winterthur, Luzern und St. Gallen. Sie sind Wirtschafts- und Finanzzentren. Bern ist die Bundesstadt der Schweiz und Sitz des Bundesrates, Bundesversammlung und Bundesverwaltung.

die Bundesstadt Bern Bundesratsgebäude

 

Bern

In dem überwiegend gebirgigen Land gibt es über 1500 Seen. Davon sind die meisten kleine Bergseen. Die Größten und bekanntesten Seen sind:

  • Genfersee
  • Bodensee
  • Lago Maggiore
  • Thunersee
  • Luganersee
  • Vierwaldstättersee
  • Zürichsee
  • Neuenburgersee

Marina auf dem Thunersee

 

Thunersee

Der Kanton Wallis hat die meisten 4000er Berge der Schweiz und ist deshalb sehr beliebt bei Wanderern, Bergsteigern und Skifahrern. Der bekannteste Gipfel ist das Matterhorn in Zermatt. Daneben ist der Aletschgletscher, die Aletscharena bei Brig/Naters sehr beliebt.

Zwei der mächtigsten Flüsse Europas fließen durch die Schweiz, der Rhein und die Rhone. Daneben der Ticino, die Aare, Reuss, Saane, Limmat, Birs, Thur und Doubs.

Organisatorisches beim Auswandern

Die Schweiz ist nicht in der der EU darum gelten andere Bedingungen für die Einreise/Auswanderung. Unter 90 Tagen ist kein Visum nötig, über 90 Tage musst du in der neuen Wohngemeinde zum Migrationsamt gehen und einen Titel beantragen(Aufenthaltsgenehmigung) , spätestens 14 Tage nach der Einreise.

Wer in die Schweiz einwandern möchte muss als Retner oder Selbständiger nachweisen, dass er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Eine entsprechend hohe Rente und/oder Kapital. Außerdem benötigst du auch eine Gesundheitskarte, den Nachweis, dass du krankenversichert bist. Dank des Sozialversicherungsabkommens bleibst du bei deiner Krankenkasse versichert.

Vor dem Umzug musst du allerdings einen Antrag stellen bei der hiesigen Krankenkasse. Im Anschluss erhälst du Zugang zum Gesundheitssystem der Schweiz. Allerdings kein Anspruch auf deutsche Standards, sondern lediglich die Leistungen, die in der Schweiz für Versicherte üblich sind. In der Schweiz ist beispielsweise der Eigenanteil bei Behandlungen höher als in Deutschland. Patienten müssen jährlich bis zu 300 Schweizer Franken selbst bezahlen.

schöne Häuserfassade in der Altstadt von Luzern am Vierwaldstättersee

 

Altstadt von Luzern Vierwaldtstättersee

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind verglichen mit den Preisen bei uns. Das ist klar, denn sie sind an das Einkommen der Schweizer angepasst. Die Preise sind durchschnittlich 20 bis 30 Prozent höher.

Ebenso verhält es sich mit den Mieten für eine Wohnung. Gerade die Ballungszentren sind teuer und es gibt wenig freie kleine Wohnungen. In der Schweiz kannst du aber getrost außerhalb wohnen, den in der Schweiz ist selbst das entlegenste Dorf gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Ein Halbtax-Abo abzuschließen lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn du kein Auto hast und viel mit den Öffentlichen fährst.

Außerdem kannst du als Ortsansässiger das Gemeindeticket , die Tageskarte Gemeinde ordern. Die Tickets sollen Anreiz sein die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und das eigene Auto stehen zu lassen. sie sind limitiert und gerade an den Wochenenden schnell ausgebucht. Darum kümmere dich rechtzeitig.

Mit der Tageskarte Gemeinde kannst du einen ganzen Tag lang durch die gesamte Schweiz reisen für rund 40 CHF. Dabei ist es egal ob Zug, Bus, Straßenbahn, Boot, Fähre oder Seilbahn. Bei Booten und Seilbahnen sind es natürlich nicht alle. Das kannst du erfragen oder nachlesen.

Somit benötigst du nicht unbedingt ein Auto, das Geld könntest du einsparen. Für einen Ausflug kannst du in vielen gemeinden günstig ein Auto für einen Tag oder ein paar Stunden mieten.

In der Westschweiz an den Grenzen zu Italien und Frankreich ist etwas günstiger, als in Zürich oder Basel. Die Schweizer Metropolen zählen zu den teursten der Welt. Grenznah zu wohnen hat den Vorteil im Nachbarland günstiger einkaufen zu können. Der Vorteil bei den Mieten in der Schweiz ist, dass die Nebenksoten gering sind. Meist musst du noch Strom bezahlen und Hahnenwasser( das ist der Wasserverbrauch), aber das ist verschwindend gering, da Wasser in der Schweiz sehr güngstig ist.

Für die Wohnungssuche ist es empfehlenswert die regionalen Gemeindeblätter zu durchstöbern. Viele Gemeinde veröffentlichen freie Wohnungen und Häuser. Die Plattform Comparis bietet eine große Auswahl an freien Wohnungen in der Schweiz an. Ich habe eine Beispielsuche für eine 2-Zimmer-Wohnung für 500 CHF eingeben. Da gibt es tatsächlich aktuell 69 Angebote. Das sind dann auch WG-Zimmer in Genf, Lausanne oder Biel dabei. Aber auch 3,5 Zimmer Wohnung im Kanton Jura. Also nicht alle Wohnungen kosten über 1000 CHF. du musst nur ein bisschen suchen und nicht auf einen Ort fixiert sein.

Die Renteneinkünfte werden in der Schweiz versteuert, aber es gilt das Doppelsteuerabkommen. Steuern sind im Einwanderungsjahr und noch weitere fünf Jahre in Deutschland zu zahlen. Die schweizer Steuern werden aber berücksichtigt. In einigen Kantonen kannst du einen Antrag auf Pauschalbesteuerung stellen. Es werden dann die Lebenshaltungskosten und nicht die Einkünfte besteuert. Erkundige dich auf jeden Fall bei der neuen Gemeinde.

Blick auf Luzern Vierwaldstättersee

 

Vierwaldstättersee Luzern

Das Gesundheitssystem

Die Schweiz hat eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Im föderalistischen Land ist jeder Bürger in einer Grundversicherung. Jedoch anders als bei uns, versichert sich jeder selbst, hat freie Wahl der Krankenkasse. Der Arbeitgeber, der Staat haben damit nichts zu tun. Der Bund gibt lediglich die Höhe der Zuzahlungen( Franchise) vor und gibt die Prämien frei oder lehnt sie ab. Die Kantonsverwaltungen und Gemeinden haben Teilaufgaben des Gesundheitssystems. In der Schweiz gibt es ein dichtes Ärzte- und Spitalnetz. In den Bergregionen jedoch sind die Entfernungen natürlich größer.

Das Schweizer Klima

Das Klima ist überwiegend mild. Natürlich ist in den Bergregionen kühler, hier hält sich der Winter auch länger als unten im Tal. So kann es sein , dass bereits ab September mit frischen Temperaturen zu rechenen ist. Die Sommer sind heiß vor allem im Tessin und im Wallis. Hier sind über 30 Grad keine Seltenheit und das auch noch im September. Zum Standard-Gepäck bei Wanderungen im Sommer gehören Sonnencreme, Kopfbedeckung und ausreichend zu trinken.

Ich war im September im Oberwallis, da war es auf der Belalp oben angenehm. Du konntest überwiegend im T-Shirt wandern. Unten in Brig war es schwül warm, sodass wir sofort ein Eis kaufen mussten und was zu trinken. Wir waren froh, wenn es wieder auf die Alpe ging. Mehr darüber kannst du in meinem Beitrag “ 7 Tage Belalp“ lesen.

auf der Alpe Bel, das kleine Bergkirchlein

 

Belalp

Fazit

In den schönen Alpenstaat auszuwandern ist bei gründlicher Recherche und entsprechenden Vorbereitungen nicht nur für betuchte Rentner möglich. Wem es wichtig ist hier zu leben und das mit normalem Budget, schafft das auch. Die Wohnung muss ja nicht 3-4 Zimmer haben und nicht unbedingt in Zürich oder Genf liegen. Du wirst dafür mit einer grandiosen Landschaft belohnt. Eine einzigartige Natur und einem hohen Lebensstandard. Und die Schweizer zählen zu den glücklichsten Menschen und das strahlen sie auch aus. Lass dich anstecken.